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Overwatch (offene Beta)

Am 24. Mai ist es soweit: Overwatch, der erste Shooter von Blizzard, kommt in den Handel. Vergangene Woche lief die offene Beta und wir haben uns in das Getümmel gestürzt.

Overwatch ist ein reiner Online-Shooter und verzichtet gänzlich auf einen Singleplayer. Dementsprechend gibt es nur eine flache Story, die im Intro und durch Cinematics erzählt wird. Nachdem die Erde von Kriegen erschüttert worden ist, beendeten die Helden von Overwatch jene Krise und sicherten den Frieden. Overwatch wurde aufgelöst, doch nun werden die Helden erneut gebraucht für diverse Geplänkel auf der Erde.

Das Spiel ist ein schneller Shooter mit vielfältigen, taktischen Möglichkeiten und einigen MOBA Elementen (Hero-Shooter), wie das kürzlich erschienene Battleborn. Jeder Held ist einzigartig und hat seine ganz eigenen Methoden und ultimativen Fähigkeiten, seinem Team zum Sieg zu verhelfen. Zum Beispiel ein schwerer Frontkämpfer mit Schild, eine fliegende Einheit, die Raketensalven abfeuert, ein Ingenieur der Geschütztürme aufstellt oder Sanitäter mit heilender Energie. Unterteilt wird in Tanks, Unterstützung und offensive sowie defensive Helden. Da sollte für jeden Spieler das passende dabei sein. Richtig zusammengestellt bilden diese eine schlagkräftige Einsatzgruppe, die ein Ziel angreifen, eskortieren oder kontrollieren müssen. Gespielt wird auf Karten, die an real existierende Orte wie London oder Hollywood angelehnt sind. Insgesamt gibt es zwölf Maps, die natürlich durch AddOns erweitert werden können.
Man kann, neben der Schnellsuche, auch Ranglistenspiele absolvieren, gegen die KI spielen oder ein benutzerdefiniertes Spiel starten mit großer Auswahl an Einstellmöglichkeiten. Im fertigen Spiel wird es zusätzlich den „Brawl der Woche” geben. Dort wird an experimentellen Matches teilgenommen, deren Regeln sich jede Woche ändern. In der Beta bekommt man für jeden neuen Spawn einen anderen Helden zufällig zugewiesen. Für Spielspaß ist also gesorgt und auch der eSport kommt dabei wohl nicht zu kurz.
Um die Motivation zu fördern, gibt es in Overwatch neben den Karrierestatistiken mit Erfolgen bei jedem Levelanstieg Lootboxen. Diese beinhalten, zufällig generiert, allerlei Goodies für die 21 Helden. Allerdings rein kosmetischer Natur. Diese Skins, Siegerposen oder Sprüche kann man auch mit einer Ingamewährung kaufen, die über die Lootboxen erlangt werden.
Grafisch macht der helle und bunte (Comic)Shooter einen sehr guten Eindruck, sogar bei älteren Systemen. Die Synchronisation ist Blizzardtypisch wieder hochkarätig mit bekannten Stimmen. Genauso verhält es sich mit dem Sound und der Musik, die wunderbar ins Spiel und die jeweilige Karte passt.

Overwatch fesselt von der ersten Minute. Spätestens dann, wenn man seinen Helden gefunden hat. Bugs oder Glitches sind uns keine aufgefallen. Die Betaversion ist besser wie mancher finale Titel anderer großer Publisher. Dafür ist Blizzard aber bekannt. Allerdings hat der Hero-Shooter auch seine Nachteile. Am meisten nervt uns, wenn wir angreifen sollen, dass der Gegner in aller Ruhe bis zu unserem Spawnpunkt schlendert und unsere Ausgänge mit Minen, Selbstschussanlagen und Abwehrgeschützen zupflastern kann. Dann eine gute Position gewählt und wir werden erstmal niedergemetzelt.
Jede Map hat ihre festen Modi und wurde nur dafür konzipiert. In Mexiko zum Beispiel muss immer ein Fahrzeug eskortiert werden. Kontrollpunkt einnehmen ist im Land der Chilischo­ten nicht möglich und ein abwechslungsreiches Spiel minimiert sich. Durch diese Einschränkung könnte man fast vom „Star Wars Battlefront Syndrom” sprechen. Zu wenig Material für einen Vollpreis-Shooter. Allein die große Auswahl an verschiedenen Helden hält uns länger gefesselt als beim Weltraumscharmützel. Blizzard sollte schnell und günstig für mehr Abwechslung sorgen und vor allem ein Anticheat einbauen. Zumindest der „Cheat-Report”-Button muss ganz schnell in das finale Spiel und von den Mitarbeitern berücksichtigt werden.   (E.C.&B.D.)

Screens: E.C.